WS4-Erfahrungsbericht

WS4-Erfahrungsbericht

Meru, Indien
Conrad Anker

Im September des Jahres 2008 versuchten Jimmy Chin, Renan Ozturk und ich einen Aufstieg auf den Meru mit einer 6330-Meter-Spitze im Garwhal Himalaya. Unser Ziel war das Besteigen der Haifischflosse (Shark’s Fin), eine über den Gangotri Gletscher herausstehende Granitwand, die trotz wiederholter Versuche von vielen Bergsteigern bis dahin nicht erklommen worden war. Es war eine der härtesten Expeditionen meines Lebens und gleichzeitig eine der belohnendsten. Ein einwöchiger Sturm zwang uns, eine Pause einzulegen (drei Männer eingefercht in ein 2-Mann-Portaledge (leichte Plattform zum Übernachten) bei 5300 Meter Höhe). Letztendlich dauerte der Ausflug 19 Tage und nicht die ursprünglich bei den Tagesrationen eingeplanten 10 Tage. Beim Klettern geht es um die Annahme von Herausforderungen mit einem ungewissen Ergebnis. Wenn dem so ist, dann war der Meru-Ausflug eine wahrhaftige Goldgrube an Herausforderungen. Dennoch wurden wir im Verlauf unseres Versuchs engere Freunde, lernten viel über die Fähigkeiten, die man für Gipfelaufstiege dieses Kalibers haben muss, und litten ein wenig.

Neben meinen zwei zuverlässigen Begleitern hatte ich den Prototyp der WS4-Armbanduhr von Timex Expedition bei mir. Ich arbeite bereits seit einiger Zeit mit Timex zusammen, um ein Instrument zu entwickeln, das die erforderlichen Funktionen für Kletterexpeditionen in einer Uhr vereint. WS4 steht für „Breitbild (widescreen) mit vier Funktionen“ – die Armbanduhr verfügt über ein Höhen- und Luftdruckmessgerät, Thermometer und einen Kompass – all diese Funktionen liefern Schlüsseldaten, wenn man Entscheidungen auf dem Berg fällen muss. Und mithilfe der Breitbildübersicht können Sie die Schlüsseldaten auf einen Blick sehen, was wichtig ist, wenn Sie schnelle Entscheidungen treffen müssen. Kalte Temperaturen, extreme Höhe und viele Wetterlagen haben sich gegen uns verschworen, um unsere Reise zu einem Epos zu machen – und die WS4 hielt dem Ganzen stand.
Ich habe die WS4 nur einen oder zwei Tage vor meiner Abreise nach Indien erhalten. Zum Glück gleicht die Oberfläche all den anderen Timex-Armbanduhren, die ich bisher besaß. So konnte ich die Uhr in kurzer Zeit einstellen und auf dem Berg gleich in Betrieb nehmen. In einigen Situationen während der Expedition fand ich die WS4 besonders hilfreich:

  • Mithilfe des Luftdruckmessgeräts und der grafischen Anzeige mit stündlichen Abstufungen konnte ich feststellen, wie schnell der Druck zu sinken begann. Wenn der Druck schnell sinkt und niedrig bleibt – seien Sie sich darüber bewusst, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen sehr starken Sturm handelt. Wenn der Druck langsam steigt, dann ist dies ein gutes Zeichen dafür, dass das Wetter höchstwahrscheinlich heiter bleibt.
  • Während des Aufstiegverlaufs kontrollierte ich regelmäßig das Höhenmessgerät. Ob auf der Spitze einer Steigung, um zu sehen an wie viel Höhe wir gewonnen hatten oder am Lagerplatz, das Höhenmessgerät lieferte uns stets akurate Angaben, von den Prärien Delhis bis in die hohen Gipfel von Meru.
  • Natürlich gehören Aufbrüche in der Morgendämmerung zur Klettererfahrung dazu. An Tagen, an denen wir früh am Morgen aufstehen mussten, weil wir einen Klettertag vor uns hatten, haben uns die vielen Alarme nie im Stich gelassen. Manchmal möchte man sich einfach tiefer in seinen Schlafsack einmurmeln und die harte Realität ignorieren. Mit dem Piep, Piep werde ich daran erinnert, warum ich hier bin. Um einen Berg zu besteigen. Nach einem harten Klettertag zogen wir uns wieder zurück in unser doch sehr freiheitsberaubendes Portaledge. Tee und Käse schmeckt besser, nachdem man eine Weile unter diesen harten Umständen verbracht hat.
  • Der Knopf der Indiglo war sehr leicht zu drücken – sogar mit dicken Handschuhen an – und lieferte ein wenig Extralicht bei Morgen- und Abenddämmerung.
  • Die Kommunikation mit unserer Website erfolgte über ein Satellitentelefon, und wir mussten den Sender mit der Richtung der Satellitenbahn ausrichten. Der Kompass in der WS4 erledigte das fehlerlos.
  • In der Nacht, wenn die Temperatur sank und der Wind seinen schauerlichen, einsamen Lockruf pfiff, ließen wir den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren und planten den nächsten. Im Rückblick-Modus konnte ich unsere akkumulierte Höhe überprüfen, die Luftdruckmessgerätfunktion abfragen und überprüfen, welcher Witterung unser Lagerplatz ausgesetzt war. Unsere Tour war nach Osten ausgerichtet, und ein paar Grad weiter nördlich bedeuteten weniger Sonne und ein kälteres Biwak. Alles sehr hilfreiche Informationen.

Genauso wie ich den Berg und unsere Grenzen besser kennenlernte, lernte ich besser mit der WS4 umzugehen. Ich konnte viel von diesem Umgang an die Designer von Timex weitergeben, sodass diese die Verbesserungen noch vor der Markteinführung vornehmen konnten. Wenn wir die Uhr beispielsweise um den Hals tragen, bleiben unsere Hände und Armgelenke hindernisfrei. Mithilfe dieser Rückmeldung entwickelte Timex schnell ein Halteband, das im September auf den Markt kommt. Ich hatte auch festgestellt, dass die Knöpfe etwas empfindlich waren – bei einem Abenteuerzeitinstrument müssen sie robust und langlebig sein. Die Entwickler haben zugehört und meine Vorschläge im endgültigen Design berücksichtigt.

Wir haben den Aufstieg nicht geschafft. Nach 17 Tagen an der Wand waren wir mit unserer Ausdauer am Ende. Wir wurden von einem großen Granitblock aufgehalten, der eine weitere Nacht draußen für uns bedeutet hätte. Hätten wir die Nacht ohne jeglichen Schutz draußen verbracht, wären wir mit großer Wahrscheinlichkeit einer Erfrierung zum Opfer gefallen. Aber unter dem Schlussstrich hatten wir eine fantastische Erfahrung und eine tolle Zeit in den Bergen. Die verbrachte Zeit war außergewöhnlich intensiv. Diese Erfahrungen sind selten im Leben und man möchte sie einfach nur sammeln und wertschätzen. Und das Wissen, dass man sich auf seine Ausrüstung verlassen kann, macht alles noch viel besser.

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